Hallo zusammen,
ich möchte meinen Umgang mit meinem Sohn erweitern und würde gerne wissen, welche rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten es in meiner Situation gibt.
Wir haben gemeinsames Sorgerecht und mein Sohn lebt derzeit bei seiner Mutter. In der Vergangenheit hatte ich eine schwierige Wohnsituation und deshalb nicht die Möglichkeit, meinen Sohn bei mir entsprechend zu betreuen. Das hat sich inzwischen geändert. Ich habe mittlerweile ein eigenes Haus, einen eigenen Haushalt und ausreichend Platz, sodass mein Sohn auch über längere Zeit bei mir bleiben und von mir versorgt werden könnte.
Genau deshalb möchte ich die bisherige Umgangsregelung überprüfen und eine Erweiterung des Umgangs erreichen.
Das eigentliche Problem ist für mich inzwischen allerdings nicht nur die bestehende Umgangsregelung, sondern auch die Kommunikation zwischen meiner Ex-Frau und mir. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass eine vernünftige Kommunikation über unser gemeinsames Kind kaum möglich ist. Wenn ich nach alltäglichen Dingen frage, bekomme ich teilweise gar keine Antwort oder nur sehr kurze und abgehackte Antworten, die auf meine eigentliche Frage gar nicht eingehen. Ich habe deshalb inzwischen auch angefangen, entsprechende WhatsApp-Nachrichten aufzubewahren und werde diese meinem Anwalt zeigen.
Außerdem habe ich häufig den Eindruck, dass sie bei Absprachen ausschließlich das durchsetzt, was sie selbst für richtig hält, und kaum bereit ist, auf Kompromisse einzugehen.
Ein Beispiel dafür gab es vor einiger Zeit: Ich war damals auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen und mein Zug ist kurzfristig ausgefallen. Ich habe deshalb gefragt, ob wir den Umgangstermin ausnahmsweise um ungefähr eine Stunde verschieben könnten. Es ging also nicht darum, einen Termin einfach abzusagen, sondern um eine Situation, auf die ich keinen Einfluss hatte. Die Antwort war sinngemäß, dass dann der Umgang eben ausfallen müsse.
Gerade solche Situationen enttäuschen mich menschlich sehr. Mir geht es nicht darum, dass sie bei allem nachgeben soll. Ich würde mir einfach eine gewisse gegenseitige Bereitschaft zu vernünftigen Lösungen wünschen, gerade weil wir beide Eltern sind.
Ich hatte bereits früher ein Verfahren beim Familiengericht, um den Umgang verbindlich regeln zu lassen. Damals bin ich ohne Anwalt erschienen, weil ich gutgläubig dachte, dass man die Sache auch ohne anwaltliche Unterstützung vernünftig klären kann. Meine Ex-Frau war allerdings mit einem Anwalt dort. Die damalige Umgangsregelung wurde letztlich nur geringfügig verändert.
Jetzt möchte ich die Angelegenheit aufgrund meiner veränderten Lebens- und Wohnsituation erneut rechtlich angehen und habe dafür einen Anwalt beauftragt.
Beratungshilfe wurde mir allerdings abgelehnt, weil das Verfahren bereits läuft bzw. es sich nicht mehr um eine erstmalige Beratung handelt.
Für die außergerichtliche Tätigkeit verlangt mein Anwalt zunächst einen kleineren dreistelligen Betrag als Anzahlung. Den restlichen Betrag könnte ich nach Absprache in Raten bezahlen. Genau diese erste Zahlung kann ich momentan allerdings nicht aufbringen.
Aufgrund einer schweren Körperverletzung, deren Opfer ich vor einigen Monaten geworden bin, kann ich derzeit keiner Arbeit nachgehen und bin deshalb momentan auf Sozialleistungen angewiesen.
Wichtig zur Einordnung: Ich bin weder straffällig noch in irgendeiner Weise eingeschränkt, was die Betreuung meines Sohnes betrifft. Ich möchte vielmehr aufgrund meiner inzwischen deutlich verbesserten Wohnsituation mehr Verantwortung übernehmen und meinem Sohn ermöglichen, mehr Zeit bei mir zu verbringen.
Teilweise habe ich mittlerweile sogar den Eindruck, dass das Verhalten meiner Ex-Frau nicht mehr nur mit organisatorischen Problemen zu erklären ist, sondern dass möglicherweise auch die gescheiterte Beziehung eine Rolle spielt. Die Trennung ging von ihr aus, und ich habe manchmal das Gefühl, dass bestimmte Dinge eher aus persönlichem Konflikt heraus passieren als im Interesse einer vernünftigen Zusammenarbeit als Eltern. Das ist natürlich nur meine persönliche Wahrnehmung und genau deshalb möchte ich die Situation auch sachlich mit meinem Anwalt besprechen.
Meine eigentliche Frage ist daher: Gibt es noch irgendeine Möglichkeit, Unterstützung für die außergerichtlichen Anwaltskosten zu bekommen, wenn Beratungshilfe wegen des bereits laufenden Verfahrens abgelehnt wurde? Gibt es eine andere Stelle oder einen Antrag, den man in dieser Situation prüfen könnte?
Mir geht es dabei nicht darum, dass jemand meine gesamten Anwaltskosten übernimmt. Ich möchte einfach wissen, ob es für diesen ersten außergerichtlichen Schritt noch eine rechtliche oder staatliche Unterstützung gibt, wenn man momentan selbst nicht über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt.
Vielleicht kennt sich jemand mit einer ähnlichen Situation aus oder weiß, an welche Stelle man sich damit wenden kann.